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Wiederbelebung eines M40 nach Standzeit

Page history last edited by PBworks 15 years, 10 months ago

Wiederbelebung des M40 nach Standzeit ungewisser Länge

 

 

 

Wenn man, wie ich nach dem Kauf eines Ersthand 318i mit ca. 63000km mit geschätzten 10 Jahren Standzeit vor dem Problem steht, wie das gute Stück wiederzubeleben ist, macht man sich so seine Gedanken, um der Technik zu einem guten Start in ein neues Leben zu verhelfen. Ich gehe jetzt mal von dem größten anzunehmenden Umfang der notwendigen Arbeiten aus. Bei einer Standzeit von bis zu einem Jahr ist da sicherlich nicht alles notwendig, aber ich würde da doch lieber im Zweifelsfall auf Nummer Sicher gehen!

 

 

 

Meine Einkaufsliste: ca. Preise (netto, gerundet, 04/2005)

 

 

 

Zahnriemenkit incl. Spannrollen 85€

 

Ölrohr mit Hohlschraube und Dichtringen 10€

 

5l Markenöl 15W40 min. oder 10W40 teilsynth. 27€ (10W40)

 

Ölfiltersatz (incl. Dichtungen) 6€

 

Zündkerzen 11€

 

Luftfilter 13€

 

Keilriemen Lichtmaschine (Servo, Klima) á ca.10€

 

Glysantin 2 x 1,5l 14€

 

 

 

 

 

 

 

Als erste Maßnahme heißt das, zunächst einmal auf ein Starten des Motors zu verzichten, um keinen unnötigen Schaden anzurichten. Man sollte das Auto also erstmal an einen Schraubplatz schleppen, um in Ruhe eine Bestandsaufnahme machen zu können. Was prüfen wir denn nun?

 

* Bevor wir einen Ölwechsel machen, schauen wir unter dem Ventildeckel und am Ölpeilstab nach, ob evt. Wasser (in Form von weißgelbem Schaum, bei längerer Standzeit verkrustet) im Öl festzustellen ist. Wenn ja, haben wir umfangreichere Arbeiten vor uns, mindestens Erneuern der Zylinderkopfdichtung.

* Bei der Gelegenheit sehen wir uns auch die Nockenwelle und die Schlepphebel auf Riefen und Einlaufspuren an. Haben wir einen guten Kauf gemacht, dann ist hier alles soweit OK und wir erneuern, wie auch später bei mindestens jedem zweiten Ölwechsel, das…

* …Ölrohr über der Nockenwelle (incl. Hohlschraube und Dichtringen), das sich gerne zusetzt und damit einem langen Leben der Nockenwelle durch mangelnde Schmierung im Wege steht.

* Jetzt können wir schon mal die Ölablassschraube öffnen und den Motor über einem Auffangbehälter schön lange ausbluten lassen (Da wir den Motor nicht gestartet haben, ist das Öl kalt und entsprechend zäh und braucht daher seine Zeit). Ebenso entfernen wir den alten Ölfilter!

* In der Zeit widmen wir uns dem Zahnriemen und den Spannrollen (Anleitung im DIY von e30.de). Der Zahnriemen muß ja beim M40 aufgrund einer nicht ganz perfekten Konstruktion häufiger als üblich gewechselt werden (alle 40000km oder spätestens nach fünf Jahren). Wer einmal - wie ich - das zweifelhafte „Vergnügen“ eines gerissenen, bzw. seiner Zähne verlustig gehenden Riemens hatte, nimmt fortan die Wechselintervalle sehr ernst!

* Wer mag oder es für nötig hält, kann in einem Aufwasch auch die Wasserpumpe erneuern, dies ist jedoch nicht zwangsläufig im Verbund mit dem Zahnriemen zu machen (wie z.B. beim M20) und kann im Falle des Falles auch später erfolgen! Beim Zahnriemenwechsel sind aber die Kühlerzarge, Viskolüfter und Riemenscheiben sowieso zu demontieren, was den Wechsel der WaPu vereinfacht! Anleitung im DIY!

* Die Keilriemen für Lichtmaschine und ggf. Servolenkung und/oder Klimaanlage sind im Zweifelsfalle ebenfalls zu erneuern, damit man nicht später noch mal ran muß!

* Ebenfalls schaut man sich die Kühlerschläuche genau auf Porosität und Risse an. Auch hier gilt: Im Zweifel neu!

* Nun können wir langsam die Motorperipherie wieder montieren und die Keilriemen spannen, sowie die Ölablassschraube wieder mit einem neuen oder geglühten Dichtring sachte(!!!) anziehen. Dann wird der neue Ölfilter eingebaut und der Deckel mit neuer Dichtung verschraubt. Das neue Öl füllen wir (der Ventildeckel ist noch abgebaut!) direkt in den Kopf ein und verteilen es schon mal ein wenig über alle Lagerstellen und Nocken! Anschließend montieren wir den Ventildeckel (Dichtung muß nur bei Bedarf neu!)

* Selbstverständlich erneuern wir auch die Zündkerzen und…

* …den Luftfilter!

* Nicht nur, aber natürlich auch, wenn wir die WaPu und/oder Kühlerschläuche erneuert haben, ersetzen wir auch die Kühlflüssigkeit durch eine neue Mischung und entlüften anschließend das Kühlsystem. Achtung, der M40 ist beim Entlüften schon mal etwas zickig, zumal man meist die festgegammelte Entlüftungsschraube am Thermostatgehäuse nicht losbekommt. Hier hilft es, wenn der Wagen vorn etwas höher steht (besonders bei Keilformfahrwerk wichtig!) und man den Kühlerschlauch unterhalb des Thermostatgehäuses vorsichtig etwas abzieht, so dass eventuell vorhandene Luft entweichen kann. (ausführliche Anleitung zum Entlüften im DIY!). Beim Kauf der Kühlflüssigkeit achten wir darauf, dass wir nicht grüne und pinkfarbige Sorten mischen, da diese sich unter Umständen nicht vertragen! Auf jeden Fall kann man den geöffneten Teil des Kühlsystems mit dem Gartenschlauch mal durchspülen. Sollte sich doch andersfarbige Kühlflüssigkeit im Kühlsystem befunden haben, man stellt dies aber erst später fest, so ist das Kühlsystem baldmöglichst noch einmal neu zu befüllen!

* Jetzt wird es langsam spannend: Als nächstes ziehen wir den Hochspannungsstecker von der Zündspule ab und orgeln dank der wahrscheinlich vorher neu gekauften Batterie mit dem Anlasser den Motor solange durch, bis die Öldruckkontrolllampe im Kombiinstrument erlischt. Somit haben wir vorab schon mal Öldruck aufgebaut und das Öl an alle Lagerstellen gepumpt.

* Jetzt kommt der große Augenblick: Zündspule wieder anklemmen und den ersten Startversuch wagen. Ist dieser erfolgreich, ist man erstmal zufrieden und darf sich ein Bierchen gönnen! Wenn möglich, sollte der Motor erstmal behutsam warm gefahren werden (nach Ausnüchterung!), wobei man Laufverhalten und Funktion der Technik, wie evt. Klima und Servo er-fährt!

* Ist der Startversuch nicht erfolgreich, überprüft man zunächst die Funktion der Zündung, indem man eine Kerze herausschraubt und in eingestecktem Zustand mit dem Gewinde auf den Motor (Masse) legt und kurz startet.

* Zündet die Kerze, dann haben wir es vermutlich mit einem Fehler zu tun, der gern nach längerer Standzeit auftritt, nämlich einer defekten Spritförderpumpe! Diese befindet sich meist im Tank, oder bei bestimmten Ausführungen unter dem Fahrzeugboden in Tanknähe. Die Pumpe soll man in manchen Fällen mit kurzen 24V Stromstößen wieder beleben können, oder man besorgt sich eine neue (alte?).

* Nun sollte er eigentlich laufen, wenn nicht, sollte man am Kopf den Zulaufschlauch abziehen und überprüfen, ob der Sprit vorn am Motor ankommt! Bei der Gelegenheit kann man direkt noch die Spritschläuche überprüfen. Den Benzinfilter, der sich entweder im Motorraum unterhalb des linken Federbeindomes oder am Wagenunterboden links vor der Hinterachse unter einem Abdeckblech befindet kann man dann auch noch erneuern.

* Läuft er immer noch nicht, gönnen wir uns mehrere Bierchen und fragen anschließend jemanden, der etwas davon versteht (z.B. im E30talk.com)

 

Der Verfasser dieser Zeilen übernimmt keinerlei Haftung für Schäden, die aufgrund unsachgemäßer Arbeiten nach Befolgen dieser Anleitung auftreten und weist ausdrücklich auf die Möglichkeit der Benutzung professioneller Literatur (Reparaturanleitungen und Werkstatthandbücher) hin, sowie auf die Anleitungen im DIY auf www.e30.de. Im Zweifelsfalle, der von dem hier gezeigten exemplarischen, auf persönlichen Erfahrungen geschriebenen Bericht abweichen kann, einfach mal im Forum nachhören. Dieser Erfahrungsbericht stellt natürlich nur eine mögliche Vorgehensweise dar und soll nur als grobe Richtlinie dienen! Sachliche Fehler und Verbesserungsvorschläge bitte nicht als Antwort, sondern per PN an mich. Ich werde den Text dann bei Gelegenheit updaten!

 

 

Euer Michael (NULLZWOTII)

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